
Die Erzählung „Des Sohnes große Puppe“ von Huang Chun Ming auf Chinesisch und Deutsch
Das Vorlese-Café der Kulturinitiative Coerde lädt am Freitag, den 8. Mai 2026, um 19.30 Uhr, zu einer weiteren Lesung ein.
Im Theater in der Meerwiese liest Wang Chieh-Ling aus der Erzählung „Des Sohnes große Puppe“ von Huang Chun Ming (*1935) in chinesischer Sprache.
Der Schauspieler und Sprecher Carsten Bender trägt die deutschen Textpassagen vor. Der Schriftsteller Huang Chun Ming wurde 1935 in der Stadtgemeinde Luodong im Landkreis Yilan in Taiwan geboren. Er zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der taiwanischen Literatur. Huang Chun Mingveröffentlichte Kurzgeschichten, Essays, Kinderbücher und Theaterstücke sowie Gedichte und Drehbücher. Mehrere seiner Werke wurden für Film und Fernsehen adaptiert und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.
Die Erzählung „Des Sohnes große Puppe“ wurde zuerst im Jahr 1968 in einer Vierteljahresschrift und im Jahr darauf in einer Aufsatzsammlung veröffentlicht.
Im Jahr 1983 wurde die Erzählung gemeinsam mit zwei anderen seiner Kurzgeschichten verfilmt. Eine gekürzte deutsche Ausgabe ist im Jahr 1997 unter dem Titel „In der Maske des Clowns“ in der Übersetzung von Barbara Wang erschienen.
Die Geschichte spielt in der Mitte des 20. Jahrhunderts in Taiwan. Weil er Geld verdienen muss, um die Familie zu ernähren, ist Kun Shu gezwungen, sich als Clown zu verkleiden und mit Reklametafeln auf Bauch und Rücken durch die Straßen und Gassen zu laufen, als sogenannter „Sandwichman“. Sein kleiner Sohn kennt ihn nur geschminkt.
Das stimmt Kun Shu unglücklich, aber er kann seinem Kummer kaum Ausdruck verleihen.
Ohnmächtige Wut, zärtliche Wehmut und Liebe zur Familie vermischen sich miteinander, in einer Welt, in der sich die Lebensumstände einfacher Menschen nur schwer ändern lassen, im Gegensatz zu den ständig geforderten Wechseln ihrer Rollen bzw. Identitäten.
Der Autor präsentiert diese vielschichtige Erzählung über das Alltagsleben der taiwanischen Arbeiterschicht in einem leichten realistisch-satirischen Stil. Die Figuren werden durch ihre alltagsnahe Sprache lebendig – teils lässt Huang Chun Mingsie auch in taiwanischem Dialekt reden. So schuf er eine zeitlose universelle Geschichte einer Kleinfamilie, die trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen und damit verbundenen inneren Erschütterungen immer wieder aufs Neue versucht, zueinanderzufinden.
Der Abend wird von Margarita Cherenkova am Saxophon und Benjamin Pfordt am Klavier musikalisch gestaltet.
Margarita Cherenkova hat sich als Solistin und Initiatorin eigenständiger Konzertformate etabliert. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Entwicklung eigener Programme, in denen klassische Musik, Filmmusik, Tango und zeitgenössische Elemente zu einem intensiven Konzerterlebnis verschmelzen. Dabei versteht sie das Konzert nicht als Form, sondern als Erlebnis.
Sie studierte Saxophon an der Musikhochschule Münster und war bereits auf renommierten Bühnen wie der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie und der Rudolf-Oetker-Halle zu erleben. Ihre Konzerttätigkeit führt sie regelmäßig zu internationalen Festivals und Projekten.
Ein zentraler Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit ist das preisgekrönte Duo ConBrio (Saxophon & Akkordeon), das für seine energiegeladenen und emotional dichten Programme bekannt ist. Das Duo wurde u. a. mit dem 2. Preis beim 99. Concours International Léopold Bellan in Paris sowie weiteren internationalen Auszeichnungen geehrt.
Benjamin Pfordt studierte Lehramt (Musik, Geschichte, Ev. Theologie), Orgel und Komposition in Münster, Osnabrück und Nijmegen, Niederlande.
Seine zum Teil mit Preisen ausgezeichneten Kompositionen umfassen Orgelmusik, eine Kurz-Oper, Musik für Kurzfilme sowie die „Missa 1648“ über den Westfälischen Frieden, in der er Barockmusik, Pop und Jazz verbindet. Außerdem gilt seine Leidenschaft der Vertonung von Stummfilmen. Benjamin Pfordt leitet die Marktmusik-Reihe in der Überwasserkirche, Münster.
Die Idee des Vorlese-Café
Muttersprachler*innen nehmen ihr Publikum mit auf eine Entdeckungsreise in andere Kulturen und literarische Welten. Die Zuhörer*nnen sind eingeladen, dem Klang der fremden Wörter, Texte oder Musik zu lauschen und sich von unbekannten Sprachmelodien verführen zu lassen. Anschließend erfolgt die Übersetzung in die deutsche Sprache. Alle Veranstaltungen werden musikalisch begleitet.Egal ob Persisch, Russisch, Arabisch oder Koreanisch – bei den Vorlese-Cafés der Kulturinitiative Coerde geht es neben der literarischen Darbietung vor allem auch um den interkulturellen Dialog. Muttersprachler präsentieren Texte und Musik aus verschiedensten Ländern und Kulturkreisen und laden zum Austausch ein.
Termine 2026 für das Vorlese-Café in Münster-Coerde
Kostenfreie Tickets können hier vor den Veranstaltungen gebucht werden:
Die Tickets können über www.localticketing.de gebucht werden.
Mit freundlicher Förderung der


