
Das Vorlese-Café der Kulturinitiative Coerde meldet sich aus der Sommerpause zurück und lädt am Freitag, den 18. September 2026, um 19.30 Uhr, zu einer weiteren Lesung ein.
Im Theater in der Meerwiese liest Nurdan Lale ausgewählte Gedichte von Nâzım Hikmet (1902-1963) in türkischer Sprache.
Der Schauspieler und Sprecher Carsten Bender trägt die deutschen Übersetzungen vor.
Nâzım Hikmet gilt als Begründer und einer der bedeutendsten Vertreter der modernen türkischen Lyrik.
Er wurde am 15. Januar 1902 in Thessaloniki – im heutigen Griechenland – geboren, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte. Er wuchs in der kosmopolitischen Atmosphäre Istanbuls auf. Nâzım Hikmet wird heute als ein herausragender Dichter und zugleich als eine hochpolitische Figur angesehen. Zeitlebens wurde der politisch engagierte Dichter in seiner Heimat verfolgt. Sechzehn Jahre verbrachte er im Gefängnis, zwölf Jahre lebte er im Exil. Er starb am 3. Juni 1963 in Moskau. Seine Texte (neben Gedichten auch Artikel, Romane, Erzählungen und Übersetzungen) waren in der Türkei von 1938 bis 1965 verboten.
Er schrieb unter anderem über die einfachen, arbeitenden Menschen und ihre ewige Sehnsucht nach Liebe, Natur, Unabhängigkeit, Freiheit und Gerechtigkeit.
„Leben wie ein Baum, einzeln und frei, und wie ein Wald, brüderlich vereint – diese Sehnsucht ist unser…“, lauten die Zeilen, die heute noch generationsübergreifend als Wegweiser dienen.
Trotz Verfolgung, langjährigen Haftstrafen und Exil, gelang es ihm, mit seinen bewegenden und engagierten Texten weltweit Ruhm zu erlangen. Seine Werke wurden mittlerweile in
60 Sprachen übersetzt, mehrere Biografien in verschiedenen Ländern über ihn verfasst.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Nâzım Hikmet erklärte die UNESCO das Jahr 2002 zum Nâzım-Hikmet-Jahr, eine besondere Ehrung des Poeten und seiner umfangreichen Schöpfungen.
Im Rahmen dieses Vorlese-Cafés möchten wir dem Dichter neu begegnen und in Erfahrung bringen, welche Botschaften die Gedichte von Nâzım Hikmet heute noch für uns bereithalten können.
Musikalisch wird der Abend von der Cellistin und Musikpädagogin Berfin Wehmschulte gestaltet. Berfin Wehmschulte verbindet musikalische Ausdruckskraft mit langjähriger Bühnenerfahrung. Sie konzertierte als Solistin sowie in Orchester- und Kammermusikensembles und vertiefte ihre künstlerische Ausbildung in zahlreichen Meisterkursen. Mit ihrem Trio wurde sie in einem Wettbewerb mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Sie absolvierte ein Bachelor- und Masterstudium im Studiengang Musik und Kreativität mit dem Hauptfach Violoncello.
Mit ihrer einfühlsamen Musik begleitet sie die Lesung und schafft einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen für die Gedichte.

